Evangelische Kirchengemeinde Igersheim
"Alles wirkliche Leben ist Begegnung" Martin Buber

               SEI HERZLICH                  

kommt 

ein lächeln

biegt 

um 

die 

ecke

ist 

gleich 

wieder 

weg …

 

kommt 

ein wimpernschlag glück

erblickt 

das 

licht

ist

 gleich 

wieder 

weg …

 

kommt 

ein herzhüpfer musik

dringt an das ohr

geht 

mitten ins herz –

und 

bleibt …

 

und ruft 

das lächeln

das kommt 

zurück

 

und ruft 

den wimpernschlag glück

der kommt 

zurück …

 

lassen sich nieder

im herz

und strahlen 

von innen

um die wette


sind 

unverlierbar

untrennbar

 

leben beginnt 

neu

augenblick 

um

augenblick

 

deshalb:

lächle

schaue

singe

 

sei herzlich

  

Foto und Text: Uwe Krauß 17.6.2019 


FRIEDE NÄMLICH


wer

wenn nicht

ich

 

wer

wenn nicht

du

 

wer

wenn nicht

wir

 

die wir

das leben

stets

so verändern

 

dass es

bleiben kann

wie es ist:

 

friede

nämlich


                                                                                                                                                                      Foto und Text: Uwe Krauß 10.6.2019 

        

 

COGITO …

 


                     „mach dir keine gedanken …

mach dir nicht zu viele gedanken …

mach dir keine unnötigen gedanken …“

sagst du und meinst es gut

 

aber gedanken kommen und gehen

gedanken sind da

und gedanken sind der rohstoff

aus dem die taten werden

 

ohne gedanken denke ich nicht

gedanken

- auch unnötig erscheinende –

sind voraussetzung für

feinfühligkeit

achtsamkeit

menschlichkeit

 

gedanken wollen gedacht werden

und auch wenn es sich mühsam anfühlt

sind sie es allemal wert

 

vor allem wenn es gedanken sind

die um die begegnung von menschen kreisen

 

nur im wahrnehmen der gedanken

gelingt es zumindest hin und wieder

das trennende zu überwinden

und sich zu begegnen

weil man sich gefunden

im raum der wörter und gefühle

 

das risiko ist:

man kann sich auch verlieren

und sich danach umso fremder sein

 

aber das risiko ist es wert

 

„mach dir keine gedanken …

mach dir nicht zu viele gedanken …

mach dir keine unnötigen gedanken …“

sagst du und meinst es gut

 

ich denke aber

also bin ich

    

Foto und Text: Uwe Krauß 5.6.2019 


EGALITE

                  

im grunde verschieden

im wesen alle gleich

 

dein gesicht

dein gang

dein leben …

mein gesicht

mein gang

mein leben …

 

im grunde verschieden

 

und doch 

schaut

dein gesicht

mit augen der sehnsucht

und doch 

gehen

deine schritte ins ungewisse …

und dein leben …

ach

kann scheitern

kann glücken


genau wie bei mir

 

wir brauchen immer einen

der uns antreibt

der uns hält

der uns liebt

der uns empfängt

und 

uns verabschiedet …

 

im grunde verschieden

im wesen alle gleich


gottebendbilder 

sind wir

von ewigkeit geliebt

und 

nie vergessen

 

Foto und Text: Uwe Krauß 27.5.2019 


ICH UND DU

                          

ich sehe was

was du nicht siehst

die sorge angst

der du entfliehst

 

ich jage

durch die tage

du bist 

die antwort

ich 

die frage

 

ich

so ungeweitet

angespannt

du

die arme ausgebreitet

weite sicht

in weitem land

 

bist beides 

du

bin beides 

ich

je nach sicht der dinge

 

kann sein

ich scheit´re

oder

ich gelinge

 

Foto und Text: Uwe Krauß 20.5.2019 


DANN


wenn dich das leben 

anrührt

dich erreicht


und du tatsächlich mal 

zuhause bist


wenn du spürst

dass du gefragt wirst

von dem

was dich 

unbedingt angeht


wenn du antwort bist

und frage


und bei allem 

vor-dir-weglaufen

dich dennoch bejaht 

weißt


wenn du am boden liegst

und aufstehst

und deine angst 

in die luft wirfst

mit nichts 

als deinem bisschen hoffnung


und du dich 

dennoch

gerade 

deshalb 

trotzdem


unverwundbar 

und stark fühlst

weil

 gehalten


und wenn es dir 

egal ist

wirklich egal

ganz 

egal

ob die anderen dich 

toll finden

oder dich 

mitleidig belächeln


und du weißt

du bist ganz nah

ganz dicht 

am zentrum


bist schwer 

und leicht


weinst 

und lachst


- hauptsache nicht

 lau

und 

gleichgültig –


wenn du 

liebst

endlich wieder 

liebst

alles sein 

und das leben

 und …


DANN:

ist 

dir 

GOTT 

begegnet

 

Foto und Text: Uwe Krauß 13.5.2019 


LAGRIMA

(auf ein Stück von

Francesco Tarrega)


                 

sei

eine träne

kein schrei

einfühlsam

zart

 

sei

ein salztropfen

auf der wange

ein händestrich

dem sterbenden

 

sei

ein lachen

kein schrei

herzlich

gejauchzt

 

ein fältchen

um die augen

ein frohknuff

dem lebenden

 

sei 

den weinenden

eine träne

 

sei 

den lachenden

ein schmitz

 

sei 

den menschen

ein Echt

  

Foto und Text: Uwe Krauß 3.5.2019 


 OSTERN: ES BLEIBT OFFEN

und wir

werden

sterben


es bleibt

offen

wohin


ins

Nichts

oder

ins

Licht


und wir gehen

dieser letzten frage

entgegen


unausweichlich


dieser

letzten antwort


diesem

fragezeichen

diesem

ausrufezeichen


diesem

schlusspunkt

diesem

doppelpunkt


und ich höre:


ICH 

WILL 

EUCH 

TRAGEN


und 

entscheide mich

zu glauben

diesem

versprechen

und 

beschließe:


zu leben

jetzt

Text: Uwe Krauß 29.4.2019

                                                                                                                           Foto: Gabi Stolzenberger


DAS LEBEN KOMMT ZU DIR

auch wenn du

zu nichts kommst

(weil du wieder 

gerannt

und nicht 


stehen geblieben …

wieder gelebt worden

und nicht 

gelebt hast …)


dann

kommt das leben

doch zu dir


wenn du nur

aufmerksam bist

achtsam

wach

für all die wunder


(und wer sagt schon

dass du 

das nicht kannst –

ich traue es dir zu)


wenn 

du dich

fallen

lassen

kannst

bis 

der himmel

lichtblau

durch deine adern läuft


und dich

von innen

erhellt

Foto und Text: Uwe Krauß 22.4.2019 


WAS LEBEN WERT

was 

leben 

wert

lebenswert

misst sich

allein

an:

LIEBE

wieviel geliebt

soviel leben

so einfach

ist das

kann das sein –

und

so schwer

Foto und Text: Uwe Krauß 16.4.2019 


LAUTLOS

 

der zwang

zu allem

etwas

zu sagen

 

anstatt

 

zu etwas

alles

zu schweigen

 

wortgeräusche

lärmen

nur

 

also

sei

still

manchmal

 

und höre

den segen

lautlos

in dich

gleiten

 

Foto und Text: Uwe Krauß 9.4.2019 


EIN BISSCHEN WELTFREMD

                  

ich sei weltfremd

sagte mir einer


weltfremd …


zuerst 

verteidigte ich mich …


dann das erkennen:

es stimmt –

mir ist diese welt 

oft fremd


denn

ich glaube an frieden

wo krieg ist


an liebe

wo hass herrscht


an versöhnung

wo streit kultiviert wird

und das elende 

rechthaben


an leben

wo tod ist


ich bin weltfremd

glaube an gott

in einer zeit

in der viele menschen

Gott los geworden sind


ich bin weltfremd

d´accord


wobei immer noch 

abzuwarten ist

welche realität 

die eigentliche ist

die allem zugrunde liebt


vielleicht stellt sich

am ende doch heraus

dass es die weltfremden sind 

die den ursprung kennen

und mit dem ziel 

 vertraut 


das bisschen weltfremdheit

wird dann 

nicht ins gewicht fallen

gegen die gottfremdheit

der spötter


wir warten ab

Foto und Text: Uwe Krauß 2.4.2019 


WIR SIND HELDEN

 

wir sind helden

jeder ist ein held

jede ist eine heldin

 

der der andere 

zum lachen bringt


die die anderen 

die tränen trocknet


der alte mann 

der für seine enkel

das fahrrad repariert


die sitzengelassene mutter

die ihren beiden kindern

morgens das frühstücksbrot richtet


der vater

der seine tochter auf den armen

tausende kilometer

aus dem kriegsgebet 

trägt


die tochter die

am sterbett ihrer mutter 

wacht

 

wir sind helden

jeder ist ein held

jede ist eine heldin

 

der jugendliche

der sich nicht angewidert

vom schlechten vorbild der erwachsenen 

wegdreht

sondern sich erkundigt:

wie geht´s?

 

das kind das seinem hasen

etwas zum essen bringt

und ihn streichelt und ihn

in der kälte aus dem engen stall

 auf den arm nimmt

 

der lehrer der seinen schülern

eine neue chance gibt


die pfarrerin die  den trauernden

das gefühl gibt:

    ich bin für euch da  


wir sind helden

jeder ist ein held

jede ist eine heldin


alltagshelden 

allerorten


deshalb sag nicht:

die menschen 

sind schlecht


entdecke die helden

um dich herum

so viel kampf

so viel einsatz


jeder held braucht einen

der ihn hält

warum nicht dich? …

Foto und Text: Uwe Krauß 26.3.2019 


DIE LEUTE SAGEN

 

man hat dir gesagt

dass „die leute“ sagen würden …

 

ach …

lass die leute sagen

was sie sagen

weil die leute

wenn sie wirklich 

etwas zu sagen hätten

es dir 


direkt sagen würden

 

so aber

erzählen sie 

ins bierglas

in die kaffetasse

in den wind

 

die leute sind nur 

schatten

ihres nie gesagten wortes

es mangelt ihnen

an courage

 

also lass die leute

sagen

schwätzen

tratschen

denn langeweile 

treibt sie

in ihrem käfig

aus neid und 

kleinlichkeit

 

weil andere leben

sagen die leute

lauter dummes zeugs


sie haben nie gelebt

was sie leben wollten

die leute


sie können einem leid tun

die leute


die leideleute

und ihr

sprachrohrgepuste

 

also 

lass die leute sagen

was sie sagen

und sage du:


ich lebe

ich glaube

ich hoffe

ich liebe

ich will 

dass leben blüht

 

wer kann da schon

etwas dagegen sagen

Foto und Text: Uwe Krauß 13.3.2019


SCHENK MIR TÄGLICH EINEN GRUND ZUM SINGEN

                    

ich sing nicht

jedermanns lied

ich sing nicht mit

beim marschieren

und auch nicht

wenn´s einen seemann

nicht erschüttern kann

 

mich trifft es

wenn geschwungen

der flug des milan

seinen kreis zieht

im blau

 

mich rührt es an

wenn der frühling springt

und allerorten

zu hören ist

der pfiff der amsel

 

dann

ja dann

singe ich

wie mit flügeln

 

und bitte gott

vor meinem stimmgabelbaum

mit weit ausgebreiteten armen:

 

schenk mir

täglich

einen grund

zum singen

Foto und Text: Uwe Krauß 4.3.2019


OFFEN BLEIBEN

  

halt die türe stets dir offen

mache nicht

die läden dicht

nur der offene kann hoffen

dass sich im offenen

das licht

durch all die widerstände bricht

 

halt die augen stets dir offen

verstecke doch dein lachen nicht

nur der offene darf hoffen

dass sich im augenblick

das licht

durch all die finsternisse bricht 

 

halt auch dein herze stets dir offen

vergrabe doch dein weinen nicht

nur der hoffende bleibt offen

seine herzlichkeit

vermehrt die liebe

gibt in allem

ihr gewicht

 

also:

bleibe offen

sei betroffen

und lass

den hoffnungslosen

hoffen

 

Foto und Text: Uwe Krauß 25.2.2019


SIGNALE

  

denk immer wieder daran

was du sagen willst

welche signale 

du sendest

wem du dich 

mitteilen willst

 

denk immer wieder daran

was du bewahren willst

im schweigen


trag dein herz 

nicht auf der zunge

zumindest 

nicht immer

 

dein wort

soll ein wort sein

und

dein schweigen

ein schweigen

 

nur so

teilst du 

dich mit


deine ideen

deine träume

deine ängste

deine sehnsucht

 

du lebst

wenn 

deine botschaften

mit dir

so übereinstimmen

dass du erkennbar bist


zumindest für die

die dir

nahe 

sein wollen

 

Foto und Text: Uwe Krauß 19.2.2019 


GIBDICHHIN

gib

alles

gib

nicht nach

gib

dich hin

 enthalte

dich 

nicht vor


wenn

es zählt:

sei da

gib

nicht nach

gib

dich hin 

gib

alles


wenn

du 

gefragt wirst:

gib antwort

mit

deinem leben

gib

dich hin

gib

alles

gib

nicht nach 

                                                                                                                                                                                   Foto und Text: Uwe Krauß 14.2.2019       


                    JA ABER                      

das leben ist schön

ja aber …

 

das leben ist schrecklich

ja aber …

 

manchmal bist du mir nah

ja aber …

 

manchmal so weit weg

ja aber …

 

die zeit rennt

ja aber …

 

die zeit bleibt stehen

ja aber …

 

wir werden

ja aber …

 

wir vergehen

ja aber …

 

wir sind –

ohne wenn und aber


wir bleiben


und mit uns alles

was wir erleben

empfangen

und geben

in

glauben

hoffnung

liebe

 

ja aber? …

nein

nur JA

Foto und Text: Uwe Krauß 7.2.2019


TAUSEND TERMINE

 

tausend termine

ich renne

ich werde gerannt

gebranntes kind

 

tausend termine

wann treffe ich mich

wann bin ich

bei mir zuhause

 

tausend termine

keine zeit

für tausendundeine nacht

ich funktioniere

 

tausend termine

so viele menschen

gesichter

an welchem blick

bleibe ich hängen

 

tausend termine

mein herz schlägt wie wild

wann für die richtige sache

 

tausend termine

und so viele fragen

und lösungen

wann sortiere ich sie

wann sortiere ich mich

sammle mich

 

tausend termine

so viele möglichkeiten

aber

was will ich

 

wer bin ich

wenn ich glücklich bin

und wann verliere ich mich

im unglück

im nicht-bei-mir-sein

 

tausend termine

ich brauche aber

nichts anderes

als diesen augenblick

                                                                                  ganz                                                                                  


Foto und Text: Uwe Krauß 22.1.2019 


VERTRAUTimFRIEDENsein


und wieder dieses bild

dieses gold

das blau

der himmel

die erde


wieder und wieder

nach grauen tagen

immer neu

morgenglanz

abendglanz

des augenblicks

der ewigkeit

mitten im vergehen

 

früher

da suchte ich

ungeduldig

das neue

ohne es zu finden

 

heute werde ich

gefunden vom licht

im wieder und wieder

 

vielleicht ist das liebe:

genau hinzusehen

auf immer dasselbe

und darin

 das geheimnis entdecken:

im himmel

im lachen

im vertrauten gesicht

 

das neue reizt

das bekannte aber

schenkt frieden

weil ich vertrauen kann

dass ich aufgehoben bin

und darin vorkomme:


im frieden

im glück

im dasein

im vertrauten

  

Foto und Text: Uwe Krauß 22.1.2019 


VOR DEM SPIEGEL

 

wenn ich ins gesicht dir sehe

bist du müde alt und grau

nur deine augen strahlen blau –

ich hoffe dass ich nicht vergehe

 

wenn ich deine kraft abwäge

ist da nur noch wenig muskelstärke

gehst zögerlich ans tageswerke

bist ohne mumm verzagt und träge

 

„das reicht jetzt!“ sagt dein spiegelbild

„denk an das blau, denk an den wert des lebens

das auf dich wartet nie vergebens

hab keine angst hör zu: es gilt!“

    

und schon allein durch den gedanken

stehst aufrecht du vor deinem spiegel

der mut verleiht dir neue flügel

dann gehst du los – gehst ohne schranken

  

Foto und Text: Uwe Krauß 17.1.2019

  


BLAUINGRAU

 

der wind

fliegt

über die dächer

 

das grau

hängt

bleischwer

am himmel

 

die vögel

halten sich

hinter ästen

versteckt

 

dein lachen

hat sich

vergraben

deine leichtigkeit

hat sich

beschwert

 

du protestierst

gegen

all das

 

und gehst schritt für schritt

bergan

mühsam

aber nichts kann dich abhalten

 

das gesicht im wind

den blick ins tal

auf der höhe sein

 

und plötzlich bricht

ein licht

durch das monoton grau in grau

                 

und du siehst

land

du spürst

boden

unter den füßen

 

du weißt:

 

das ist mein leben

meine zeit

meine welt

 

unten im tal

steigt ein fischreiher

in den horizont

 

und die gewissheit

in diesem augenblick

dass es mehr gibt

als diesen nassen winter

 

das gesicht im wind

dein blick

weit voraus

das blau am himmel

wird stärker

so wie du

 

Foto und Text: Uwe Krauß 11.1.2019 


SEGEN FÜR DAS NEUE JAHR

 

da liegt

ein segen überm land ...


und doch gehen so viele

ohne segen

weil sie

gott 

unterwegs verloren haben

ihn 

noch nie gefunden haben ...

  

da liegt

ein segen überm land ...


und doch

wenden sich so viele ab

weil sie

falsche vorstellungen haben

weil sie mit falschen erwartungen 

konfrontiert worden sind ...


da liegt

ein segen überm land ...

 

komm näher

sei gesegnet


mache 

erste erfahrungen

mache

 neue erfahrungen

mit dem gott der liebe

er stellt deine füße

 auf weiten raum

 

da liegt

ein segen überm land ...

öffne dich

 

Foto und Text: Uwe Krauß 2.1.2019


GEBET FÜR JUNGGEBLIEBENE

 

ich bin aufgebrochen

aus meiner angst

 

und

schritt für schritt

war

und

bin

ich gesegnet

GOTT

 

lass mich

immer wieder aufbrechen

 

schütze mich

 

damit ich jung bleibe

in meinem

mut

 

damit ich stark bleibe

in meiner

hoffnung

 

damit ich kreativ bleibe

in meiner

liebe

Foto und Text: Uwe Krauß 30.11.2018

NEULICH IN LAUDA

 

warten auf den schnee

warten auf das licht

warten

dass das leben anbricht

                                 

wenn man nicht aufpasst

steht man einen winter lang

dumm als schlitten rum

ohne dass was passiert

 

wenn man nicht aufpasst

steht man ein leben lang

dumm als mensch herum

ohne das was passiert

 

und es hat nie angefangen

der winter

das leben

Foto und Text: Uwe Krauß 22.11.2018

UNVERWECHSELBAR

 

die erde weint

der himmel lacht

wir mittendrin

meist unvereint

und ohn bedacht

                                        

ich lache mit himmel

weine mit erde 

auf dass ich gewimmel

unverwechselbar werde

 

Foto und Text: Uwe Krauß 15.11.2018


WENN ICH KÖNNTE

 

wenn ich könnte

würde ich

das licht einfangen

                                        

und wieder

wenn die dunklen tage kommen

wie einen vogel freilassen

 

damit das licht

zu dir fliegen kann

wie ein lachen

durch den wind

Foto und Text: Uwe Krauß 6.11.2018 

WASBRAUCHTESMEHR

 

der himmel

fächert

seine farben auf

lichthellblaudunkelorangeundmehr

 

aber

in deinem leben

so oft grauingrau

und ohne farben

 

wenn du den kopf nur hängen lässt

und auf den boden starrst

   

kopfhochhimmelübermir

sage ich

dem grauingrau

den kampf an

 

der himmel

ist auf meiner seite

 

wasbrauchtesmehr

denk ich

 

und

s p r i n g e

los

 

Foto und Text: Uwe Krauß 29.10.2018

WEGAUFDEMWEG

 

du gehst

waldschrittwald

ganz allein mit dir

 

du gehst

lichtgrünlicht

bist umgeben

von leben

                             

merkst es

aber nur

wenn du

raschelschrittraschel

dem

licht entgegen gehst

ohne dich drücken zu lassen

von nichtsundniemand

  

 

Foto und Text: Uwe Krauß 23.10.2018 


VON BIENEN  LERNEN

bienen sind fleißig …

wäre gut wenn du dich auch einbringst

bienen wissen was sie zu tun haben …

wäre gut wenn du auch deine bestimmung herausfindest

bienen halten zusammen …

wäre gut wenn du dir merkst:

wir alle glücken uns nur miteinander

bienen bringen frucht für andere …

wäre gut wenn du ein segen für andere sein kannst


                                                                                               bienen haben unseren respekt verdient –

sie tragen mit stolz den namen „biene“ …

wäre gut du mit einstimmst in das

gebet der vereinten nationen: 

„unsere erde ist nur ein kleines gestirn im weltall

unsrer aufgabe ist es

daraus einen planeten zu machen

dessen geschöpfe nicht von krieg gepeinigt werden

nicht von hunger und furcht gequält

nicht zerrissen in sinnloser trennung

nach rasse hautfarbe oder weltanschauung

Gott gebe uns den mut und die voraussicht

schon heute mit diesem werk zu beginnen

auf dass unsere kinder und kindeskinder

einst mit stolz den namen „mensch“ tragen“


Foto und Text: Uwe Krauß 11.10.2018 


JESUS ALLEIN AUF DEM BERG

                  

jesus allein auf dem berg

 

den kopf voll

das herz übervoll

und jeden tag

eine neue überraschung

 

wunder leben

 

den kopf leer machen

das herz still

 

empfangen

 

leise dem wunder

die hand hinhalten

 

plötzlich klar sehen

entscheiden können

auf der seite des lebens stehen

 

kopf voll

herz übervoll

 

in die vollen gehen

ich bin gekommen

 

damit ihr

leben in fülle habt

Foto und Text: Uwe Krauß 4.10.2018 

 

WAHNSINN WIE DIE ZEIT VERFLIEGT

wahnsinn

wie die zeit verfliegt

und wir

erdenschwer

fliegen oft nicht mit

wir schleppen

die sekunden im gepäck

und augenblicke

in denen wir gespürt haben

dass wir sind

manchmal

ja manchmal

stehen wir

und schauen

zurück

nach vorn

rings umher

und sind

dann steht die zeit still

und der flug gelingt

und das landen

das ankommen

für augenblicke heimat

wahnsinn

wie die zeit verfliegt

und wir

himmelleicht

fliegen manchmal mit

ins licht

grenzenlos

nichts

kann den flug hindern

außer

unserer angst

du fragst dich

vor dem sprung:

was würdest

du tun

in deinem leben

wenn du

keine angst hättest

und springst

                                                                                                                                                                     Foto und Text: Uwe Krauß 27.9.2018 


TRÄUME DES HERZENS

 

die träume des herzens erspüren …

wie oft wir dabei in die irre gehen

kann man gar nicht zählen …

 

also: sich führen lassen …

vertraue der stimme deines herzens

ganz leise spricht es die sprache

die wir so leicht überhören

 

du kannst es einfach testen:

wenn es die richtigen worte sind

lassen sie dich springen vor glück

 

diese worte geben dir deine träume

die dir manchmal unterwegs verloren gehen

immer wieder zurück

  

du weißt  wenn du sie hörst

diese worte voll mit leben:

ein weg tut sich auf

der dich leben

     atmen springen lässt   

und es schmeckt:

nach freiheit sonne wind luft und glück

  

Foto und Text: Uwe Krauß 20.9.2018


RUSSISCHER BÄR

da stand ich

viele augenblicke

ganz still

bis er seine flügel geöffnet

und seine ganze schönheit gezeigt

der kleine russische bär


bei menschen

habe ich oft keine zeit

renne vorbei

bleibe nicht stehen


vielleicht war das

die größte faszination

die von jesus ausgegangen ist:

dass  menschen

in seiner gegenwart 

aufatmen

weil er sie

mit seinen augen gnädig angeblickt


in diesem augenblick

haben  sich geöffnet:

augen 

herzen

atem


ich möchte davon lernen

immer wieder


 stehenbleiben … 

anblicken … 

den anderen sich entfalten lassen …

                                                                              

                                                                                                                                                                              Foto und Text: Uwe Krauß 4.9.2018 



BLAU

 

davorstehen

wieder nach Jahren

und spüren

wie schon von Anfang an

seit der ersten Begegnung

sich dieses Blau

in deine Seele gestrahlt hat


Und in diesem Augenblick wissen:

Nichts und Niemand

kann dich trennen

von diesem Blau


Farbe der Gegenwart Gottes

Farbe des Wassers

und des Himmels


Nichts kann dich trennen

von der Liebe Gottes

und du gehst zurück

in dein Leben


Ins Blaue hinein


Text und Foto: Uwe Krauß, 25.7.2018


AM ENDE DAS LICHT

 

ein wenig goldnes Licht /

der Tag vergeht /

dein Lachen nicht /

dein Lachen nicht /

   


wie sich alles dreht /

die Erde die Zeit der Tag /

und was dir schwer auf

deinen Schultern lag /

 

wandelt sich wird leicht /

manches missglückt /

vieles erreicht /

am Ende das Licht /

 

mich entzückt

- was soll ich machen -

ein Lachen

 

 

Text und Foto: Uwe Krauß, 20.7.2018 


 


GOTTESSUCHER 

gottessucher

durch den raum laufen bilder

menschen

        springen  

kreuzundquer

 

aus licht entstehen wörter

nur um wieder zu verschwinden

weil nichts festgeschrieben steht

 

gottessucher

in deinem kopf die ideen

in deinem atem die wörter

in deinem herz die bilder

              

spruchbänder quellen hervor

klage wandelt sich in reigen

zerbrechlicher segen

bleibt in der schwebe

 

gottessucher

deine augen glänzen

wenn du erzählst

und an langen tischen

wird aus brot und wein

begegnung

 

suchen

ist

finden

ist

suchen

ist

nie

fertig

beginnt

 

gottessucher - 

lass dich doch finden ...

Foto und Text: Uwe Krauß 11.7.2018 


NIMM PLATZ

du bist so viel gerannt

jetzt

nimm platz

komm zur ruhe

    

wo willst du denn hinrennen?

jetzt

sei hier

komm zu dir

 

sei bei dir zu gast

schlag kurz wurzeln

und erde dich

 

sonst verlierst du noch

den himmel

aus dem herzen

   

Foto und Text: Uwe Krauß 2.7.2018

  

RUND UND BUNT

wenn es rund geht

und wenn es bunt geht

wenn es überhaupt geht

während du dich fragst:

geht das überhaupt

und andere dich fragen:

wie geht´s

und du sagst:

es geht rund

es wird bunt

denn das schlimmste ist

wenn nichts mehr rund läuft

wenn dir nichts mehr zu bunt wird

und du alles hinnimmst

grau in grau

und deine ideale an den kanten

abgeschliffen werden sollen

und du protestierst und sagst:

es geht rund

es wird bunt

                                                                                                                                                                                                Foto und Text: Uwe Krauß, 21.6.2018


BLÜHEN - BRENNEN

 

wie feine adern

durchzieht

das geäder

tiefrot

das feine lila

der blüten

 

ein diptam

 

ich frag mich oft:

was durchzieht uns

was nährt uns

was lässt in uns das leben  pulsen

                            

der diptam

brennt seine ätherischen öle

in das licht eines nachmittags

 

ich frage mich oft:

wann brennen wir

glühen

strahlen

vor leben

lust und liebe

 

man muss doch blühen bevor man verblüht …


Foto und Text: Uwe Krauß, 12.6.2018


RHODODENDRON - ROSENBAUM

 

diese blüte

eines rhododendron

auf einem friedhof

 

diese blüte

eines rhododendron

wie ein zeichen

gegen das leid

   

diese blüte

eines rhododendron

wie ein farbtupfer des lichts

gegen das schwarz des todes

 

diese blüte

eines rhododendron

gegen die unfarbe

 

diese blüte

blüht

dem tod zum trotz

 

rosenbaum des lebens

   

Foto und Text: Uwe Krauß, 6.6.2018 

DEN BOGEN SPANNEN

 

nicht klein beigeben

den bogen spannen

schauen

ob leben

möglich ist

  

 

  trotz all dem leid

dem schmerz

dem vielen

das wir nicht verstehen …

 

den bogen trotzdem spannen

sich nicht abhalten lassen

zu blühen

ins blaue des himmels

hinein

 

Foto und Text: Uwe Krauß, 29.5.2018


 SICH ÖFFNEN

 

blumen öffnen sich

sie können nicht anders

wenn licht auf sie fällt

sie zeigen sich

blühen

farbig

 

 

menschen

verschließen sich so oft

öffnen sich nicht

blühen nicht

verwelken vor der zeit

ohne

dass die farben in ihrem leben

geleuchtet haben

 

von den blumen lernen …

öffne dich doch

ohne angst vor morgen

dass du schweres nicht ertragst

  

Foto und Text: Uwe Krauß 22.5.2018

 

IM HINTERGRUND

soviel passiert 

im hintergrund

da blüht etwas

da lebt etwas

wir aber

bleiben zu oft

im vordergrund


dabei 

ist es immer gut 

einmal genauer hinzusehen

denn hintergründiges 

greift tiefer

blüht länger

ist wertiger

Foto und Text: Uwe Krauß 16.5.2018

 

SCHÖNHEIT

 

wir laufen achtlos vorbei

und wollen doch

dass uns einer wahrnimmt


nehmen selbst kaum wahr

zeigen uns nicht

eine blume aber blüht

ohne WARUM

also: zeig dich

Text und Foto: Uwe Krauß, 12.5.2018 

    




 

 


 
 
 
 
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